Online Rechner zum Familienrecht
Unterhaltsrechner und Zugewinnausgleich


Unterhaltsrechner: Ehegatten- und Kindesunterhalt berechnen

Mit diesem Unterhaltsrechner 2017 können Sie auf Basis der aktuellen Bemessungsgrundlage der Düsseldorfer Tabelle 2017, 2016, 2015 und 2014 den Ehegattenunterhalt (nachehelichen Unterhalt oder Trennungsunterhalt) und den Kindesunterhalt berechnen. Dieser Unterhaltsrechner berücksichtigt nicht alle Sonderfälle. Für eine genaue Unterhaltsberechnung auch unter Berücksichtigung der Sonderfälle im Mangelfall und in allen anderen familienrechtlichen Angelegenheiten wenden Sie sich für eine profunde Beratung an die Kanzlei Dr. Annegret Wiese in München oder suchen Sie nach einem Fachanwalt für Familienrecht im Anwaltsverzeichnis.

Eingaben zu den unterhaltsberechtigten Kindern

Das Alter für jedes unterhaltsberechtigte Kind ist einzutragen. Gegebenenfalls kann ein Mehrbedarf (z.B. Kindergartenkosten, ausbildungsbedingter Mehrbedarf) angegeben werden. Verfügt das Kind über ein Einkommen (z.B. Ausbildungsvergütung, Zinseinkünfte aus Kapitalvermögen), ist der anrechenbare Anteil einzutragen. Nur für Kinder zwischen 18 und unter 21 Jahren ist anzugeben, ob noch eine allgemeinbildende Schule (z.B. Gymnasium) besucht wird. Bei diesen Kindern und allen Kindern unter 18 Jahren ist der Elternteil (Mutter oder Vater) zu wählen, bei dem das Kind vorwiegend lebt (Lebensmittelpunkt).

Eingaben zu den Ehegatten

Das Einkommen eines Ehegatten setzt sich zusammen aus dem Nettobetrag des Erwerbseinkommens und gegebenenfalls aus den sonstigen Einnahmen. Die Beträge sind für jeden Ehegatten einzutragen. Aus dem Erwerbseinkommen ergibt sich durch Abzug eines einkommensabhängigen Pauschalbetrages das anrechenbare unterhaltsrelevante Nettoeinkommen. Abhängig vom Gerichtsstand wird für die Berechnung Ehegattenunterhalt (nachehelicher Unterhalt oder Trennungsunterhalt) der Erwerbstätigenbonus ausgewählt. Soll kein Ehegattenunterhalt berechnet werden, kann die Berechnung Ehegattenunterhalt abgewählt werden.

Ergebnisse der Unterhaltsberechnug

In diesem Unterhaltsrechner 2017 werden die Ergebnisse der Berechnung Kindesunterhalt bei dem Unterhaltspflichtigen als Barunterhalt negativ ausgegeben. Der Ehegattenunterhalt wird bei dem Unterhaltspflichtigen negativ und bei dem Unterhaltsberechtigten positiv angezeigt. Die Summe der Unterhaltsleistungen, die sich aus der Verrechnung aller Unterhaltspflichten und Unterhaltsansprüche ergibt, wird für jeden Ehegatten getrennt angezeigt.

Aktuelle Werte eingeben und [Berechnen] anwählen:

Bemessungsgrundlage nach der Düsseldorfer Tabelle:
Erwerbstätigenbonus zur Berechnung Ehegattenunterhalt nach den Leitlinien des zuständigen OLG-Bezirks:
Kind: Kind: Kind: Kind:
Alter: Jahre Jahre Jahre Jahre
Mehrbedarf:
Einkommen:
Lebensmittelpunkt:
Allgemeinbildende Schule:
Mann (1. Ehegatte): Frau (2. Ehegatte):
Betrag: Anrechenbar: Betrag: Anrechenbar:
Nettoeinkommen:
Sonstige Einnahmen:
Abschlag/Zuschlag:
Alter: Kindesunterhalt: Alter: Kindesunterhalt:
Kinder: 1. Jahre Jahre
2. Jahre Jahre
3. Jahre Jahre
4. Jahre Jahre
Summe der Unterhaltsleistungen:
Verfügbarer Nettobetrag:

Selbstbehalt bei Unterhaltszahlungen

Ein Unterhaltspflichtiger darf nicht zum Sozialfall werden, wenn er seinen Unterhaltspflichten nachkommt. Zum Bestreiten seines eigenen Lebensunterhalts steht ihm ein bestimmter Geldbetrag zu, der als Selbstbehalt bezeichnet wird. Beim Berechnen von Ehegattenunterhalt und Kindesunterhalt im Unterhaltsrechner 2017 werden unterschiedliche Beträge für den Selbstbehalt berücksichtigt. Diese sind abhängig von der Auswahl des Jahres für die Bemessungsgrundlage nach der Düsseldorfer Tabelle.

Aktuelles Jahr im Unterhaltsrechner auswählen und [Berechnen] anwählen:

Selbstbehalt nach der Düsseldorfer Tabelle und den Süddeutschen Leitlinien, Stand: 2017
Unterhaltsberechtigte: erwerbstätig: nicht erwerbstätig:
minderjähriges und priviligiert volljähriges Kind: 1080 880
volljähriges Kind: 1300 1300
Ehegattin oder Ehegatte: 1200 1200

Selbstbehalt bei der Berechnung Kindesunterhalt
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 21.2 und 21.3)

Ein minderjähriges und privilegiert volljähriges Kind hat absoluten Vorrang vor dem nicht privilegierten volljährigen Kind und dem unterhaltsberechtigten Ehegatten. Der Selbstbehalt für die Unterhaltszahlung an ein minderjähriges und privilegiert volljähriges Kind ist abhängig davon, ob der Unterhaltspflichtige erwerbstätig ist oder nicht. Die Unterhaltszahlung an ein nicht privilegiertes volljähriges Kind ist nachrangig gegenüber dem Ehegattenunterhalt. In diesem Unterhaltsrechner 2017 wird zuerst der Betrag aus der Summe von Kindesunterhalt an die minderjährigen und privilegiert volljährigen Kinder und dem Ehegattenunterhalt ermittelt. Im Anschluss wird dann berechnet, ob die Differenz aus dieser Unterhaltszahlung und dem Selbstbehalt für ein volljähriges Kind zur Deckung der Unterhaltszahlung an die volljährigen Kinder ausreicht. Anderenfalls wird der Kindesunterhalt für volljährige Kinder entsprechend verringert.

Selbstbehalt bei der Berechnung Ehegattenunterhalt
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 21.4)

Steht dem Unterhaltspflichtigen nach Deckung des Kindesunterhalts der minderjährigen Kinder und privilegiert volljährigen Kinder weniger als der Selbstbehalt zur Verfügung, wird der Ehegattenunterhalt in diesem Unterhaltrechner entsprechend vermindert. Ist das verbleibende Einkommen des Unterhaltspflichtigen kleiner als das des Ehegatten, besteht kein Anspruch auf Ehegattenunterhalt.

Hinweise und Einschränkungen zum Unterhaltsrechner 2017

Rechtliche Grundlagen zur Unterhaltsberechnung

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

Dieser Unterhaltsrechner 2017 berücksichtigt die Vorgaben im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), soweit diese für die Berechnung Kindesunterhalt oder die Berechnung Ehegattenunterhalt von Bedeutung sind.

§ 1603 Leistungsfähigkeit:
Unterhaltspflichten unter Berücksichtigung eines notwendigen oder angemessenen Eigenbedarfs (Selbstbehalt).

§ 1606 Rangverhältnisse mehrerer Pflichtiger:
Unterhaltspflichten der Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern

§ 1609 Rangfolge mehrerer Unterhaltsberechtigter:
Rangfolge der Unterhaltszahlungen an die Unterhaltsberechtigten im Mangelfall zur Bewahrung des angemessenen Eigenbedarfs (Selbstbehalt).

§ 1612b Deckung des Bedarfs durch Kindergeld:
Anrechnung des Kindergeldes für ein minderjähriges, privilegiert volljähriges und volljähriges Kind.

Leitlinien der Oberlandesgerichte (OLG)

Über die Gesetzesvorgaben hinaus werden Leitlinien zur möglichst einheitlichen Rechtsprechung innerhalb eines oder mehrerer OLG-Bezirke ausgegeben. Das zuständige Oberlandesgericht (OLG) hängt vom allgemeinen Aufenthaltsort des Unterhaltsberechtigten ab. Im süddeutschen Raum gelten die Unterhaltsrechtlichen Leitlinien der Familiensenate in Süddeutschland (SüdL). In diesem Unterhaltsrechner 2017 werden diese unterhaltsrechtlichen Leitlinien umgesetzt, soweit sie Vorgaben für die Berechnung von Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt enthalten.

Oberlandesgerichte (OLG) mit Süddeutschen Leitlinien:
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Bamberg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Karlsruhe
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht München
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Nürnberg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Stuttgart
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Zweibrücken

Unterhaltsrechtlichen Leitlinien der anderen Oberlandesgerichte (OLG):
◾ KG-Bezirk: Kammergericht Berlin
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Brandenburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Braunschweig
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Bremen
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Celle
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Dresden
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Frankfurt
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Hamburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Hamm
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Jena
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Koblenz
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Köln
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Naumburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Oldenburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Saarbrücken
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Schleswig

Düsseldorfer Tabelle 2017, 2016 und 2014

In diesem Unterhaltsrechner 2017 stellt die aktuell ausgewählte Düsseldorfer Tabelle die Bemessungsgrundlage für die Unterhaltsberechnung dar. Diese orientiert sich an dem Vorhandensein von zwei Unterhaltsberechtigten als Basis. Bei dem Vorhandensein von mehr oder weniger Unterhaltsberechtigten werden in diesem Unterhaltsrechner Abschläge oder Zuschläge vorgenommen.

Düsseldorfer Tabelle 2015

Im Jahre 2015 wurde die Düsseldorfer Tabelle noch einmal am 01.08.2015 aktualisiert. Nur diese Tabelle wird bei Auswahl des Jahres 2015 verwendet. Aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Regelung ist für das Jahr 2015 bei der Berechnung des Zahlbetrages von den Kindergeldbeträgen aus dem Jahr 2014 auszugehen. Diese Besonderheit wird bei der Berechnung des Kindesunterhalts in diesem Unterhaltsrechner 2017 berücksichtigt.

Vorgaben durch Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH)

Einzelfälle zum Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt wurden durch Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH) entschieden und sind damit rechtsverbindlich. Diese Vorgaben können in diesem Unterhaltrechner nicht berücksichtigt werden. Sie beziehen sich z.B. auf spezielle Gegebenheiten der Lebensverhältnisse insbesondere im Mangelfall, bei der Berücksichtigung des Mehrbedarfs zur Berechnung des Kindesunterhaltes oder der Bestimmung des unterhaltsrelevanten Nettoeinkommens.

Unterhalt berechnen

Richtlinien zum Unterhaltsbedarf

Nach einer Trennung oder Scheidung kann der weniger verdienende Ehegatte vom Grundsatz her Ehegattenunterhalt (nachehelicher Unterhalt oder Trennungsunterhalt) verlangen. Dabei wird das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen der Ehegatten zu Grunde gelegt. Der Ehegatte, der die minderjährigen Kinder betreut, kann Kindesunterhalt für die Kinder geltend machen. Das Unterhaltsrecht sorgt seit 1. Januar 2008 für eine neue Rangfolge der Unterhaltsberechtigten: Minderjährige Kinder haben Vorrang. Dies gilt auch für volljährige Kinder, die sich noch in schulischer Ausbildung befinden, sogenannte privilegierte Volljährige. Gegenüber volljährigen Kindern sind grundsätzlich immer beide Eltern barunterhaltspflichtig. Für die Berechnung des monatlichen Unterhaltsanspruchs stellt die aktuelle Düsseldorfer Tabelle die Bemessungsgrundlage dar. Im Mangelfall, wenn nicht alle Ansprüche der Unterhaltsberechtigten gezahlt werden können, ohne den Eigenbedarf (Selbstbehalt) zu unterschreiten, gelten besondere Regelungen. Die gültige Höhe des Selbstbehalts wird bei dieser Unterhaltsberechnung ebenfalls der aktuellen Düsseldorfer Tabelle entnommen. Unterhaltsverpflichtungen, die zusätzlich zum Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt zu gewähren sind, werden in diesem Unterhaltsrechner nicht berücksichtigt.

Unterhaltsrelevantes Nettoeinkommen
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 10.2.1)

Zur Berechnung von Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt (nachehelicher Unterhalt oder Trennungsunterhalt) wird das unterhaltsrelevante anrechenbare Nettoeinkommen der Ehegatten zugrunde gelegt. Das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen ist gewöhnlich geringer als das tatsächliche Nettoeinkommen aufgrund der Berücksichtigung unterhaltsrelevanter Abzüge. Bei diesem Unterhaltsrechner 2017 wird ein Pauschalbetrag von 5% ohne Begrenzung vom Erwerbseinkommen abgezogen. Hat der Unterhaltspflichtige Einkünfte aus Kapitalvermögen oder aus Nichterwerbstätigkeit, wird dieser Anteil zum anrechenbaren Einkommen ohne Abzug dazu gerechnet. Für eine genaue Unterhaltsberechnung ist die Angabe des unterhaltsrelevanten Nettoeinkommens auch unter Berücksichtigung der Sonderfälle entscheidend.

Abschlag und Zuschlag bei Unterhaltspflichtigen
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 11.2)

Die Tabellensätze der Düsseldorfer Tabelle sind so bemessen, dass der Unterhaltspflichtige zwei Unterhaltsberechtigten Unterhalt zu zahlen hat. Ist die Anzahl der Unterhaltsberechtigten, für die ein Ehegatte Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt (nachehelichen Unterhalt oder Trennungsunterhalt) zu zahlen hat, größer oder kleiner als zwei, wird ein Abschlag oder im anderen Fall ein Zuschlag vorgenommen. Mit jedem Abschlag oder Zuschlag wird der Kindesunterhalt berechnet aus einer jeweils höheren oder niedrigeren Einkommensstufe der Düsseldorfer Tabelle.

Kindesunterhalt berechnen

Unterhaltsberechnung für ein minderjähriges Kind
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 12)

Kinder unter 18 Jahren sind minderjährig. Der Lebensmittelpunkt des Kindes liegt bei dem betreuenden Elternteil (Mutter oder Vater). Der betreuende Elternteil leistet seine Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung und ist grundsätzlich nicht barunterhaltspflichtig. Grundlage für die Berechnung vom Kindesunterhalt für Minderjährige ist das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen des barunterhaltspflichtigen, nichtbetreuenden Elternteils und das Alter des Kindes. Unter Berücksichtigung der Abschläge oder Zuschläge wird aus der aktuellen Düsseldorfer Tabelle der Kindesunterhalt berechnet. Dabei wird das an den betreuenden Elternteil gezahlte staatliche Kindergeld und gegebenenfalls ein Einkommen des Kindes beiden Eltern hälftig angerechnet. Ein Mehrbedarf ist von beiden Elternteilen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit wie bei der Unterhaltsberechnung für die volljährigen Kinder anteilig zu zahlen. Ist das Kind nicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert, sind zusätzliche Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge allein vom Barunterhaltpflichtigen zu zahlen. Diese Beträge können aber bei dieser Unterhaltsberechnung nicht berücksichtigt werden.

Unterhaltsberechnung für ein volljähriges Kind
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 13)

Kinder ab 18 Jahren sind volljährig. Volljährige Kinder unter 21 Jahren, die noch eine allgemeinbildende Schule (z.B. Gymnasium) besuchen, werden als privilegierte volljährige Kinder bezeichnet und den minderjährigen Kindern gleichgestellt. In diesem Unterhaltsrechner werden nur volljährige Kinder berücksichtigt, die nicht verheiratet sind und keinen eigenen Haushalt haben. Bei volljährigen Kindern sind grundsätzlich immer beide Eltern barunterhaltspflichtig. Der Unterhaltsbedarf für das volljährige Kind richtet sich in diesem Fall nach dem anrechenbaren Gesamtnettoeinkommen der Eltern, das als Bezugswert für die Einkommensstufe in der Düsseldorfer Tabelle ohne Berücksichtigung von Abschlägen oder Zuschlägen verwendet wird. Ein Mehrbedarf erhöht den Unterhaltsbedarf gegebenenfalls. Ist das volljährige Kind nicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert, sind zusätzliche Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zum Mehrbedarf hinzu zu rechnen. Der Lebensmittelpunkt des volljährigen Kindes hat keine Bedeutung für die Berechnung des Kindesunterhaltes. Das staatliche Kindergeld und gegebenenfalls ein Einkommen des Kindes werden in voller Höhe angerechnet. Sind beide Elternteile leistungsfähig, wird der verbleibende Kindesunterhalt im Verhältnis zum unterhaltsrelevanten Nettoeinkommen auf beide Elternteile verteilt. Ist nur ein Elternteil leistungsfähig, wird für die Berechnung des Kindesunterhalts das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen dieses Elternteils unter Berücksichtigung der Abschläge oder Zuschläge aus der Düsseldorfer Tabelle als Bezugswert verwendet. Wird der angemessene Eigenbedarf (Selbstbehalt) nach Abzug aller Barunterhaltspflichten vom anrechenbaren Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteiles unterschritten, wird in diesem Unterhaltsrechner der Kindesunterhalt für die volljährigen nicht privilegierten Kinder entsprechend verringert.

Mangelfall bei der Unterhaltsberechnung
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 24)

Ein absoluter Mangelfall liegt vor, wenn das Einkommen des Unterhaltspflichtigen zur Deckung seines notwendigen Eigenbedarfs (Selbstbehalt) und der Unterhaltsansprüche der gleichrangigen minderjährigen und privilegierten volljährigen Kinder nicht ausreicht. Die Höhe des notwendigen Selbstbehalts entspricht dem Bedarfskontrollbetrag der untersten Stufe in der aktuell gültigen Düsseldorfer Tabelle für jeweils Nichterwerbstätige oder Erwerbstätige. Im Mangelfall wird in diesem Unterhaltsrechner die zur Verfügung stehende Verteilungsmasse auf die Unterhaltsberechtigten im Verhältnis zu der Höhe ihrer Unterhaltsansprüche verteilt. Insbesondere im Mangelfall gelten weitere besondere Regelungen, die im Einzelnen nicht in diesem Unterhaltsrechner berücksichtigt werden.

Ehegattenunterhalt berechnen

Trennungsunterhalt und nachehelicher Unterhalt

Beim Ehegattenunterhalt wird unterschieden zwischen Trennungsunterhalt und nachehelichem Unterhalt. Der nacheheliche Unterhalt tritt nach der rechtskräftigen Scheidung in Kraft und kann zeitlich begrenzt werden, während der Trennungsunterhalt unbegrenzt für die Dauer der Trennung zu zahlen ist. Die Unterhaltszahlungen unterscheiden sich von der Höhe her in der Regel nicht. Grundlage für die Berechnung des Ehegattenunterhalts sind das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen und des Unterhaltsberechtigten. Bei diesem Unterhaltsrechner werden Unterhaltsansprüche eines nachrangig geschiedenen Ehegatten oder der Eltern nicht berücksichtigt.

Erwerbstätigenbonus zur Berechnung vom Ehegattenunterhalt
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 15.2)

Bei diesem Unterhaltsrechner 2017 wird davon ausgegangen, dass das verfügbare Einkommen aus Erwerbstätigkeit und gegebenenfalls aus sonstigen Einnahmen (z.B. Wohnvorteil, Zinseinkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Nichterwerbstätigkeit) erzielt wird. Der Ehegattenunterhalt wird grundsätzlich nach dem so genannten Halbteilungsgrundsatz berechnet. Dieser Halbteilungsgrundsatz besagt, dass jedem Ehegatten die Hälfte der beiden insgesamt zur Verfügung stehenden unterhaltsrelevanten Nettoeinkommen zusteht. Allerdings wird bei der Berechnung des Ehegattenunterhalts bei jedem Ehegatten ein Erwerbstätigenbonus berücksichtigt, der als Anreiz zur Erwerbstätigkeit dienen soll. Leistet ein Ehegatte auch Kindesunterhalt für ein unterhaltsberechtigtes Kind, wird das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen vor Ermittlung des Erwerbstätigenbonus um diesen Kindesunterhalt bereinigt. Im Süddeutschen Raum und im OLG-Bezirk Saarbrücken beträgt der Erwerbstätigenbonus 1/10, in allen anderen OLG-Bezirken 1/7 vom verbleibenden Einkommen. Der Erwerbstätigenbonus von 1/7 in Verbindung mit dem Halbteilungsgrundsatz führt zur 3/7 Regelung: Der Ehegattenunterhalt beträgt 3/7 der Differenz aus den verbleibenden Einkommen. Die Bezeichnungen Additionsmethode oder Differenzmethode haben nur noch historische Bedeutung und unterscheiden sich nur in der Darstellung der Berechnung vom Ehegattenunterhalt, führen aber jeweils zum gleichen Ergebnis.