Unterhaltsrechner für Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt)

Mit diesem Unterhaltsrechner können Sie kostenlos online auf Basis der aktuellen Bemessungsgrundlage der Düsseldorfer Tabelle (2014 - 2020) den Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) und den Kindesunterhalt berechnen. Im Falle einer Trennung oder Scheidung von Ihrem Ehepartner oder Ihrer Ehepartnerin erhalten Sie einen ersten Überblick über den Unterhalt, den Sie zu leisten haben oder der Ihnen und gegebenenfalls den Kindern zusteht.

Dieser Unterhaltsrechner 2020 berücksichtigt nicht alle Sonderfälle. Für eine genaue Unterhaltsberechnung ist ein anrechenbares unterhaltsrelevantes Einkommen entscheidend. Auch unter Berücksichtigung der Sonderfälle im Mangelfall und hinsichtlich anderer familienrechtlicher Angelegenheiten wenden Sie sich für eine Beratung an einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin, suchen Sie nach einem Fachanwalt für Familienrecht im Anwaltsverzeichnis oder nehmen Sie direkt Kontakt auf mit:


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Unterhaltsrechner 2020 online (gültig ab 01.01.2020):

Einstellungen im Unterhaltsrechner

Die Ergebnisse der Unterhaltsberechnung sind abhängig von der Auswahl des Jahres und des zuständigen Oberlandesgerichts. Auf Basis des ausgewählten Jahres wird die entsprechende Düsseldorfer Tabelle und das zu berücksichtigende Kindergeld im Unterhaltsrechner verwendet. Abhängig vom ausgewählten Oberlandesgericht wird ein unterhaltsrelevantes Einkommen für die Unterhaltsberechnung und der Erwerbstätigenbonus für die Ehegattenunterhalt Berechnung ermittelt. Ob der gleichrangige Unterhalt bei der Verteilung berücksichtigt werden soll oder ob der Ehegattenunterhalt berechnet werden soll, kann angewählt oder abgewählt werden.

Eingaben zu den Ehegatten (Vater und Mutter)

Das unterhaltsrelevante Einkommen eines Ehegatten setzt sich zusammen aus dem Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit und gegebenenfalls aus den sonstigen Einnahmen und Ausgaben. Die Beträge sind für jeden Ehegatten einzutragen.

Eingaben zu den unterhaltsberechtigten Kindern

Es kann der Kindesunterhalt für maximal 4 Kinder berechnet werden. Das Alter für jedes unterhaltsberechtigte Kind ist einzutragen oder anderenfalls zu löschen. Gegebenenfalls kann für jedes unterhaltsberechtigte Kind ein Mehrbedarf angegeben werden. Dabei ist zu unterscheiden zwischen ausbildungsbedingtem Mehrbedarf, die Kosten für eine private Krankenversicherung oder sonstiger Mehrbedarf (z.B. Kindergartenkosten). Verfügt das Kind über ein Einkommen (z.B. Ausbildungsvergütung, Zinseinkünfte aus Kapitalvermögen), ist der anrechenbare Anteil einzutragen. Nur für Kinder zwischen 18 und unter 21 Jahren ist anzugeben, ob noch eine allgemeinbildende Schule (z.B. Gymnasium) besucht wird. Weiter kann der Lebensmittelpunkt des Kindes angegeben werden. Nur bei minderjährigen Kindern unter 18 Jahren, die nicht in einer eigenen Wohnung leben, ist der Elternteil ("Mutter" oder "Vater") zu wählen, bei dem das Kind vorwiegend lebt (Lebensmittelpunkt) oder es ist "Beide" zu wählen, wenn kein Schwerpunkt der tatsächlichen Betreuung gegeben ist (Wechselmodell). In diesem Fall ist zusätzlich anzugeben, wer das Kindergeld erhält ("Mutter" oder "Vater"). Wenn das Kind bereits in einer eigenen Wohnung mit eigenem Hausstand lebt, ist "Hausstand" zu wählen.

Aktuelle Werte eingeben und [Berechnen] anwählen:

Einstellungen zum Unterhaltsrechner
Bemessungsgrundlage nach der Düsseldorfer Tabelle:
Unterhaltsberechnung nach den Leitlinien des zuständigen Oberlandesgerichts:
Gleichrangigen Unterhalt bei der Verteilung berücksichtigen:
Ehegattenunterhalt berechnen:

Eingaben zur Unterhaltsberechnung
1. Ehegatte (Mann): 2. Ehegatte (Frau):
Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit:
Sonstige Einnahmen:
Sonstige Ausgaben:
1. Kind: 2. Kind: 3. Kind: 4. Kind:
Alter: J. J. J. J.
Sonstiger Mehrbedarf:
Ausbildungsbedingter Mehrbedarf:
Private Krankenversicherung:
Einkommen:
Lebensmittelpunkt:
Kindergeldempfänger:
Allgemeinbildende Schule:

Ergebnisse der Unterhaltsberechnung
1. Ehegatte (Mann): 2. Ehegatte (Frau):
Unterhalt: Ausgleich: Unterhalt: Ausgleich:
1. Kind (8 Jahre):
2. Kind (5 Jahre):

Ehegattenunterhalt:
Summe der Unterhaltsleistungen:
Unterhaltsrelevantes Einkommen:
Unterhalt bereinigtes Nettoeinkommen:

Ab-/Zuschlag in Düsseldorfer Tabelle:

Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen nach der Düsseldorfer Tabelle, Stand: 2020
Unterhaltsberechtigt: Unterhaltspflichtig:
erwerbstätig nicht erwerbstätig
Minderjähriges oder privilegiert volljähriges Kind
(notwendiger Selbstbehalt):
1160 960
Volljähriges Kind oder bei Mehrbedarf
(angemessener Selbstbehalt):
1400 1400
Ehegattin oder Ehegatte
(eheangemessener billiger Selbstbehalt):
1280 1180

Weitere Daten zum Unterhaltsbedarf nach der Düsseldorfer Tabelle, Stand: 2020
Unterhaltsbedarf Kind mit eigener Wohnung: 860

Ergebnisse des Unterhaltsrechners

Alle Ergebnisse aus der Unterhaltsberechnung werden gerundet. Die Ergebnisse der Kindesunterhalt Berechnung werden als Barunterhalt negativ nur bei dem Unterhaltspflichtigen ausgegeben. Ist das Wechselmodell gewählt worden, werden die entstehenden Ausgleichszahlungen positiv für den empfangenden und negativ für den zahlenden Ehegatten ausgegeben. Das Ergebnis der Ehegattenunterhalt Berechnung wird bei dem Unterhaltspflichtigen negativ und bei dem Unterhaltsberechtigten positiv angezeigt. Die Summe der Unterhaltsleistungen, die sich aus der Verrechnung aller Unterhaltspflichten und Unterhaltsansprüche ergibt, wird für jeden Ehegatten getrennt angezeigt. Das für die Unterhaltsberechnung anrechenbare unterhaltsrelevante Einkommen ergibt sich aus dem einkommensabhängigen Pauschalabzug und durch die Verrechnung sonstiger Einnahmen und Ausgaben. Das Unterhalt bereinigte Nettoeinkommen berechnet sich aus dem unterhaltsrelevanten Einkommen, erhöht oder erniedrigt um die Summe der Unterhaltsleistungen. Das Unterhalt bereinigte Nettoeinkommen darf den notwendigen, angemessenen oder eheangemessenen billigen Selbstbehalt (Eigenbedarf) des Unterhaltspflichtigen in Folge von Unterhaltsleistungen nicht unterschreiten. Die zum Kindesunterhalt berechnen berücksichtigten Abschläge oder Zuschläge werden ebenfalls angezeigt.

Anmerkungen zu den Ergebnissen des Unterhaltsrechners

Bei der Unterhaltsberechnung können folgende Sonderfälle auftreten, die rot als Anmerkung zum Ergebnis ausgegeben werden:

◾ Es besteht ein absoluter Mangelfall, der besonderen Regelungen unterliegt!
◾ Der Betreuende haftet mit für den Unterhalt minderjähriger Kinder wegen Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen!
◾ Der Mehrbedarf für privilegierte Kinder entfällt wegen Selbstbehalt!
◾ Unterhalt für nicht privilegierte volljährige Kinder entfällt wegen Selbstbehalt!
◾ Unterhalt für nicht privilegierte volljährige Kinder wurde vermindert wegen Selbstbehalt!
◾ Ehegattenunterhalt wurde vermindert wegen Selbstbehalt!
◾ Es besteht kein Anspruch auf Ehegattenunterhalt!

Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt) und Kindesunterhalt berechnen

Dieser Unterhaltsrechner 2020 orientiert sich an Vorgaben zum Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) und Kindesunterhalt berechnen, wie sie bei Rechtsanwältskanzleien und Familiengerichten gängig sind. Das zur Verteilung verfügbare Einkommen der Unterhaltspflichtigen wird abhängig von der Einstellung zur Berücksichtigung gleichrangigen Unterhalts berechnet. Der Pauschalabzug für die Berechnung des unterhaltsrelevanten Einkommens und der Erwerbstätigenbonus werden beim Ehegattenunterhalt berechnen abhängig vom angewählten zuständigen Oberlandesgericht berücksichtigt.

Richtlinien zum Unterhaltsbedarf

Nach einer Trennung oder Scheidung kann der weniger verdienende Ehegatte vom Grundsatz her Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) verlangen. Dabei wird ein unterhaltsrelevantes Einkommen der Ehegatten zu Grunde gelegt. Der Ehegatte, der die minderjährigen Kinder betreut, kann Kindesunterhalt für die Kinder geltend machen. Das Unterhaltsrecht sorgt seit 1. Januar 2008 für eine neue Rangfolge der Unterhaltsberechtigten: Minderjährige Kinder haben Vorrang. Dies gilt auch für volljährige Kinder, die sich noch in schulischer Ausbildung befinden, sogenannte privilegierte volljährige Kinder. Der Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) hat Vorrang vor den nicht priviligierten volljährigen Kindern. Gegenüber privilegiert volljährigen und volljährigen Kindern sind grundsätzlich immer beide Eltern barunterhaltspflichtig. Für die Berechnung des monatlichen Unterhaltbedarfs stellt die aktuelle Düsseldorfer Tabelle die Bemessungsgrundlage dar. Im Mangelfall, wenn nicht alle Ansprüche der Unterhaltsberechtigten gezahlt werden können, ohne den notwendigen Selbstbehalt (Eigenbedarf) zu unterschreiten, gelten besondere Regelungen. Die gültige Höhe des Selbstbehalts wird bei dieser Unterhaltsberechnung ebenfalls der aktuellen Düsseldorfer Tabelle entnommen. Unterhaltsverpflichtungen, die zusätzlich zum Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt zu gewähren sind, werden in diesem Unterhaltsrechner 2020 nicht berücksichtigt.

Unterhaltsrelevantes Einkommen

Beim Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) und Kindesunterhalt berechnen wird das anrechenbare unterhaltsrelevante Einkommen der Ehegatten zugrunde gelegt. Das unterhaltsrelevante Einkommen ist gewöhnlich geringer als das tatsächliche Nettoeinkommen aufgrund der Berücksichtigung unterhaltsrelevanter Abzüge. Bei diesem Unterhaltsrechner 2020 wird ein Pauschalabzug vorgenommen, dessen Höhe in Abhängigkeit vom ausgewählten zuständigen Oberlandesgericht berechnet wird:

◾ 5% Pauschalabzug vom Nettoeinkommen ohne Begrenzung:
Oberlandesgerichte (OLG) mit Süddeutschen Leitlinien (Bamberg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart, Zweibrücken) sowie Naumburg und Celle

◾ 5% Pauschalabzug vom Nettoeinkommen, maximal aber nur 150 €:
Kammergericht (KG) Berlin Oberlandesgerichte (OLG) Brandenburg, Braunschweig, Bremen, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Hamm, Jena, Koblenz, Köln, Oldenurg, Saarbrücken, Schleswig-Hostein und Thüringen

◾ kein Pauschalabzug vom Nettoeinkommen:
Oberlandesgericht (OLG) Rostock

Im Gegensatz zu einigen Leitlinien der Oberlandesgerichte wird in diesem Unterhaltsrechner 2020 der untere Pauschalabzug nicht begrenzt.

Hat der Unterhaltspflichtige zusätzliche Einkünfte aus Nichterwerbstätigkeit, wird dieser Anteil zum anrechenbaren Einkommen ohne Abzug dazu gerechnet. Dazu gehören Einkommen aus Vermietung und Verpachtung sowie aus Kapitalvermögen. Ebenso der Wohnvorteil durch mietfreies Wohnen im Eigenheim oder einer Eigentumswohnung. Hat der Unterhaltspflichtige zusätzliche Ausgaben, wird dieser Anteil vom anrechenbaren Einkommen abgezogen. Dazu gehören z.B. berücksichtigungswürdige Schulden (Zins, ggf. auch Tilgung) und Kinderbetreuungskosten.

Für eine genaue Unterhaltsberechnung ist die Angabe für das unterhaltsrelevante Einkommen auch unter Berücksichtigung der Sonderfälle z.B. im Mangelfall entscheidend.

Abschlag und Zuschlag bei der Unterhaltsberechnung

Die Tabellensätze der Düsseldorfer Tabelle sind auf den Fall zugeschnitten, dass der Unterhaltspflichtige zwei Unterhaltsberechtigten Unterhalt zu zahlen hat. Ist die Anzahl der Unterhaltsberechtigten, für die ein Ehegatte Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) zu zahlen hat, größer oder kleiner als zwei, wird ein Abschlag oder im anderen Fall ein Zuschlag vorgenommen. Mit jedem Abschlag oder Zuschlag wird der Kindesunterhalt berechnet aus einer jeweils niedrigeren oder höheren Einkommensstufe der Düsseldorfer Tabelle. Der Abschlag wird begrenzt durch die niedrigste der Zuschlag durch die höchste Einkommensstufe der Düsseldorfer Tabelle.

Unterhaltsbedarf und Kindesunterhalt berechnen

Kindesunterhalt und Mehrbedarf des Kindes

Der Unterhaltsbedarf in den Unterhaltstabellen der Düsseldorfer Tabelle ist zugeschnitten auf den Grundbedarf eines Kindes, wie Unterkunft, Verpflegung und Kleidung. Fallen darüber hinaus regelmäßig weitere Kosten an, kann zusätzlich ein Mehrbedarf geltend gemacht werden. Zu unterscheiden ist zwischen ausbildungsbedingten Mehrbedarf, Mehrbedarf für die Kosten einer privaten Krankenversicherung und sonstigem Mehrbedarf (z.B. Kindergartenkosten). Der Mehrbedarf wird bei der Berechnung des Kindesunterhalts unterschiedlich berücksichtigt: Hat das Kind ein eigenes Einkommen, wird dieses bei der Unterhaltsberechnung vermindert um den ausbildungsbedingten Mehrbedarf. Ist das Kind in einer privaten Krankenversicherung mitversichert, sind bei minderjährigen Kindern zusätzliche Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge allein vom Barunterhaltpflichtigen zu zahlen. Das unterhaltsrelevante Einkommen des Unterhaltspflichtigen wird um diese zusätzlich zu zahlenden Versicherungskosten vermindert. Bei den volljährigen Kindern werden diese Kosten zur Krankenversicherung zum sonstigen Mehrbedarf hinzu gerechnet. In jedem Fall ist für alle unterhaltsberechtigten Kinder der sonstige Mehrbedarf von beiden Elternteilen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit anteilig zu zahlen, soweit der angemessene Selbstbehalt (Eigenbedarf) nicht unterschritten wird.

Unterhaltsbedarf und Kindesunterhalt berechnen für minderjährige Kinder

Kinder unter 18 Jahren sind minderjährig. Hat das minderjährige Kind keine eigene Wohnung mit eigenem Hausstand und liegt kein Wechselmodell vor, liegt der Lebensmittelpunkt des Kindes bei dem betreuenden Elternteil (Mutter oder Vater). Der betreuende Elternteil leistet seine Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung und ist grundsätzlich nicht barunterhaltspflichtig. Der andere nichtbetreuende Elternteil ist barunterhaltspflichtig. Ist aber der barunterhaltspflichtige, nichtbetreuende Elternteil nicht in voller Höhe leistungsfähig, haftet der barunterhaltsberechtigte, betreuende Elternteil mit soweit der notwendige Selbstbehalt (Eigenbedarf) nicht unterschritten wird. Grundlage für die Kindesunterhaltsberechnung für minderjährige Kinder ist das unterhaltsrelevante Einkommen des barunterhaltspflichtigen, nichtbetreuenden Elternteils und das Alter des Kindes. Für den Mehrbedarf bei minderjährigen Kindern gelten besondere Regelungen. Das berechnete unterhaltsrelevante Einkommen wird für die Einstufung in die jeweilige Einkommensgruppe in der Düsseldorfer Tabelle unter Berücksichtigung der Abschläge oder Zuschläge verwendet. Die Höhe des Unterhaltsanspruchs des Kindes berechnet sich aus diesem Tabellenunterhalt vermindert um die Hälfte des an den betreuenden Elternteil gezahlte staatliche Kindergeld. Hat das Kind ein eigenes Einkommen, wird der anrechenbare Anteil ebenfalls hälftig angerechnet.

Unterhaltsbedarf und Kindesunterhalt berechnen für volljährige Kinder

Kinder ab 18 Jahre sind volljährig. Bei volljährigen Kindern sind grundsätzlich immer beide Eltern barunterhaltspflichtig. Hat das Kind keine eigene Wohnung mit eigenem Hausstand, richtet sich der Unterhaltsbedarf für das volljährige Kind nach dem unterhaltsrelevanten Einkommen beider Eltern. Die Summe aus beiden unterhaltsrelevanten Einkommen wird für die Einstufung in die jeweilige Einkommensgruppe in der Düsseldorfer Tabelle ohne Berücksichtigung von Abschlägen oder Zuschlägen verwendet. Ein Mehrbedarf erhöht gegebenenfalls den Unterhaltsbedarf. Das staatliche Kindergeld und gegebenenfalls ein Einkommen des Kindes vermindert um den ausbildungsbedingten Mehrbedarf werden in voller Höhe angerechnet. Der Lebensmittelpunkt des volljährigen Kindes hat keine Bedeutung beim Kindesunterhalt berechnen. Sind beide Elternteile leistungsfähig, wird der so berechnete Unterhaltsbedarf des Kindes im Verhältnis zu den jeweils unterhaltsrelevanten Einkommen auf beide Elternteile verteilt. Ist nur ein Elternteil leistungsfähig, wird für die Berechnung des Kindesunterhalts das unterhaltsrelevante Einkommen dieses Elternteils unter Berücksichtigung der Abschläge oder Zuschläge für die Einstufung in die Einkommensgruppe in der Düsseldorfer Tabelle verwendet. In jedem Fall schuldet ein Elternteil maximal nur denjenigen Betrag, der sich aus der alleinigen Unterhaltspflicht ergeben würde.

Unterhaltsberechnung für privilegiert volljährige Kinder

Volljährige Kinder ab 18 Jahren und unter 21 Jahren, die noch eine allgemeinbildende Schule (z.B. Gymnasium) besuchen, werden als privilegiert volljährige Kinder bezeichnet und den minderjährigen Kindern gleichgestellt: Der maximale Betrag, den ein Elternteil zu leisten hat, wird wie bei den minderjährigen Kindern begrenzt durch den notwendigen Selbstbehalt (Eigenbedarf). Ansonsten gelten die Ausführungen zum Unterhaltsbedarf und Kindesunterhalt berechnen für volljährige Kinder.

Unterhaltsberechnung für nicht privilegiert volljährige Kinder

Kinder ab 21 Jahren sind volljährig und in keinem Fall privilegiert. Wird der angemessene Selbstbehalt (Eigenbedarf) nach Abzug aller Barunterhaltspflichten vom anrechenbaren Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils unterschritten, wird der Kindesunterhalt für die volljährigen nicht privilegierten Kinder entsprechend verringert. Sind beide Elternteile nicht leistungsfähig, entfällt der Kindesunterhalt für die volljährigen nicht privilegierten Kinder. Ansonsten gelten die Ausführungen zum Unterhaltsbedarf und Kindesunterhalt berechnen für volljährige Kinder.

Unterhaltsberechnung beim Wechselmodell

Das Wechselmodell lässt sich nur bei minderjährigen Kindern umsetzen. Wenn sich kein Schwerpunkt der tatsächlichen Betreuung eines minderjährigen Kindes feststellen lässt, also beide Elternteile zu nahezu gleichen Teilen die Betreuung übernehmen, liegt ein Wechselmodell vor. Beim Wechselmodell werden für beide Elternteile entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit wie bei der Unterhaltsberechnung für die volljährigen Kinder die Haftungsanteile für den Kindesunterhalt anteilig berechnet. Dabei wird der notwendige Selbstbehalt für minderjährige oder privilegiert volljährige Kinder berücksichtigt. Ein Elternteil erhält das Kindergeld. Aus der Differenz der Unterhaltspflichten und unter Berücksichtigung, wer das Kindergeld erhält ("Mutter" oder "Vater"), wird eine Ausgleichszahlung berechnet, die der eine Elternteil an den anderen Elternteil zu zahlen hat.

Unterhaltsberechnung für Kinder mit eigener Wohnung (eigenem Hausstand)

Lebt das Kind in einer eigenen Wohnung mit eigenem Hausstand, ist von beiden Elternteilen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit auch für minderjährige Kinder der Unterhalt anteilig zu zahlen. Die Höhe des Unterhaltsanspruchs wird unabhängig vom Einkommen der Eltern festgesetzt und ist für minderjährige, privilegiert volljährige und volljährige Kinder gleich. Die Rangfolge und die Berücksichtigung des Selbstbehalts (Eigenbedarf) für minderjährige, privilegiert volljährige oder volljährige Kinder ändert sich nicht. Die aktuelle Höhe des Unterhaltsanspruchs für Kinder mit eigener Wohnung wird ebenfalls in der Düsseldorfer Tabelle festgelegt und wird abhängig vom ausgewählten Jahr in der Tabelle angezeigt. Nach Auswahl des Jahres und Anwahl [Berechnen] im Unterhaltsrechner wird die Tabelle für den Unterhaltsbedarf aktualisiert.

Aufteilung gemeinsamer Unterhaltspflichten beim Kindesunterhalt berechnen

Zuerst wird die Höhe des Unterhaltsanspruchs (Unterhaltsbedarf) jedes unterhaltberechtigten Kindes gegenüber den unterhaltspflichtigen Eltern unabhängig von der Rangfolge der Unterhaltsverpflichtungen und der Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen Elternteils ermittelt. Für jedes Kind, für das beide Elternteile unterhaltspflichtig sind, wird anschließend das zur Verteilung verfügbare Elterneinkommen berechnet. Dazu wird für alle Kinder das unterhaltsrelevante Einkommen um den angemessenen Selbstbehalt vermindert. Ist die Berücksichtigung gleichrangigen Unterhalts bei der Verteilung aktiviert, wird zusätzlich der Unterhaltsbedarf der anderen gleichrangigen Kinder abgezogen. Im Verhältnis zu den jeweils verbleibenden verfügbaren Elterneinkommen werden die Haftungsanteile gegenüber den Unterhaltsansprüchen der Kinder verteilt: Der Haftungsanteil eines Elternteiles errechnet sich aus dem errechneten Unterhaltsbedarf des Kindes multipliziert mit dem Quotienten aus verbleibendem verfügbaren Einkommen eines Elternteiles und der Summe aus beiden verbleibenden verfügbaren Elterneinkommen.

Aufteilung gemeinsamer Unterhaltspflichten gegenüber nicht priviligierten Kindern

Zur Berechnung des jeweils verfügbaren Elterneinkommens wird für nicht privilegierte volljährige Kinder zusätzlich der vorrangige Unterhaltsbedarf der jeweils anderen privilegierten Kinder vom unterhaltsrelevante Einkommen abgezogen. Ist die Summe der verbleibenden Beträge beider Elternteile kleiner als die Summe der Unterhaltsansprüche der nicht privilegierten volljährigen Kinder, werden die Unterhaltszahlungen durch Quotierung entsprechend reduziert. Ist für beide Elternteile der verbleibende Betrag kleiner oder gleich 0, entfällt der Unterhaltsanspruch für nicht privilegierte volljährige Kinder.

Aufteilung gemeinsamer Unterhaltspflichten gegenüber privilegierten Kindern

Kann für minderjährige oder privilegiert volljährige Kinder ein eventueller Anspruch auf Mehrbedarf von beiden Elternteilen wegen des Selbstbehaltes nicht vollständig gedeckt werden, entfällt der Anspruch auf Mehrbedarf. Wenn das den angemessenen Selbstbehalt übersteigende Einkommen der Eltern den Unterhaltsbedarf des privilegiert volljährigen Kindes nur zum Teil deckt, kommt im zweiten Schritt eine verschärfte Unterhaltspflicht zum tragen. Für jeden unterhaltspflichtigen Elternteil wird berechnet, welcher Betrag bis zum notwendigen Selbstbehalt noch verfügbar ist. Dieser Betrag wird durch Quotierung zusätzlich verteilt. Reicht die Summe der verbleibenden Beträge beider Elternteile nicht zur Deckung der Unterhaltsansprüche der privilegierten Kinder aus, handelt es sich um einen absoluten Mangelfall.

Quotierung zur Aufteilung gleichrangigen Unterhalts

Ist das verbleibenden verfügbare Elterneinkommen kleiner als der gleichrangige Unterhalt, wird der Unterhalt des Kindes durch Quotierung berechnet. Der Kindesunterhalt eines Kindes errechnet sich aus dem Unterhaltsbedarf multipliziert mit dem Quotienten aus verbleibendem verfügbare Elterneinkommen und der Summe des gleichrangigem Unterhalts.

Berücksichtigung gleichrangigen Unterhalts bei der Verteilung

In diesem Unterhaltsrechner2020 kann eingestellt werden, ob vor der Verteilung gemeinsamer Unterhaltspflichten vom unterhaltsrelevanten Nettoeinkommen der Unterhaltspflichtigen zusätzlich der gleichrangige Kindesunterhalt abgezogen werden soll oder nicht. Die Oberlandesgerichte können diesbezüglich unterschiedliche Auffassungen haben. Ob der gleichrangige Kindesunterhalt vor der Verteilung abgezogen wird oder nicht, kann zu unterschiedlichen Ergebnissen bei der Unterhaltsberechnung führen. Bei Aktivierung wird beim Kindesunterhalt berechnen für nicht privilegierte volljährige Kinder neben dem angemessenen Selbstbehalt und den Unterhaltspflichten gegenüber den privilegierten volljährigen und minderjährigen Kindern zusätzlich der Unterhaltsbedarf der anderen gleichrangigen nicht privilegierten volljährigen Kinder vom unterhaltsrelevanten Einkommen abgezogen. Bei der Berechnung der gemeinsamen Unterhaltspflichten gegenüber den privilegierten Kindern wird bei Aktivierung das unterhaltsrelevante Einkommen um den angemessenen Selbstbehalt und zusätzlich um den Mehrbedarf der anderen privilegierten Kinder vermindert.

Anrechnung des Kindergeldes beim Kindesunterhalt berechnen

Auf Basis des ausgewählten Jahres wird das entsprechende zu berücksichtigende Kindergeld im Unterhaltsrechner bestimmt. Die Familienkasse zahlt dem Elternteil das Kindergeld, bei dem sich das Kind vorwiegend aufhält. Kinder, die in der eigenen Wohnung mit eigenem Hausstand leben, previligiert volljährige und volljährige Kinder haben Anspruch auf das volle Kindergeld als Barunterhalt. Entsprechend werden auch die Unterhaltspflichten beider Elternteile um das volle Kindergeld reduziert. Nur für minderjährige Kinder, die bei dem betreuenden Elternteil oder beim Wechselmodell bei beiden Elternteilen leben, wird das Kindergeld zur Deckung des Unterhaltes verwendet. Entsprechend wird auch der Haftungsanteil der unterhaltspflichtigen Elternteile um das halbe Kindergeld reduziert.

Mangelfall bei der Unterhaltsberechnung

Ein absoluter Mangelfall liegt vor, wenn das Einkommen des Unterhaltspflichtigen zur Deckung seines notwendigen Selbstbehalts (Eigenbedarf) und der Unterhaltsansprüche der gleichrangigen minderjährigen und privilegiert volljährigen Kinder nicht ausreicht. Die Höhe des notwendigen Selbstbehalts entspricht dem Bedarfskontrollbetrag der untersten Stufe in der aktuell gültigen Düsseldorfer Tabelle für jeweils Nichterwerbstätige oder Erwerbstätige. Im Mangelfall wird die zur Verfügung stehende Verteilungsmasse auf die Unterhaltsberechtigten im Verhältnis zu der Höhe ihrer Unterhaltsansprüche verteilt. Insbesondere im Mangelfall gelten weitere besondere Regelungen, die im Einzelnen nicht alle in diesem Unterhaltrechner berücksichtigt werden.

Ehegattenunterhalt berechnen

Ehegattenunterhalt, Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt

Beim Ehegattenunterhalt wird unterschieden zwischen Trennungsunterhalt und nachehelichem Unterhalt. Der nacheheliche Unterhalt tritt nach der rechtskräftigen Scheidung in Kraft und kann zeitlich begrenzt werden, während der Trennungsunterhalt unbegrenzt für die Dauer der Trennung zu zahlen ist. Anspruch auf Trennungsunterhalt setzt voraus, dass die Ehe noch besteht, aber die Ehegatten getrennt leben. Die Höhe des Ehegattenunterhalts für den Trennungsunterhalt und dem nachehelichen Unterhalt unterscheiden sich in der Regel nicht. Der Ehegattenunterhalt wird grundsätzlich nach dem so genannten Halbteilungsgrundsatz berechnet. Dieser Halbteilungsgrundsatz besagt, dass jedem Ehegatten die Hälfte der beiden insgesamt zur Verfügung stehenden bereinigten unterhaltsrelevanten Einkommen zusteht. Der Ehegatte (Ehefrau oder Ehemann) mit dem verbleibenden geringeren Einkommen hat Anspruch auf Ehegattenunterhalt. Unterhaltsansprüche eines nachrangig geschiedenen Ehegatten oder der Eltern werden in diesem Unterhaltsrechner 2020 nicht berücksichtigt.

Bereinigtes unterhaltsrelevantes Einkommen zum Ehegattenunterhalt berechnen

Das bereinigte unterhaltsrelevante Einkommen berechnet sich grundsätzlich dadurch, dass das unterhaltsrelevante Einkommen um alle Unterhaltspflichten gegenüber den minderjährigen, privilegiert volljährigen und volljährigen Kindern und einem Erwerbstätigenbonus vermindert wird. Falls allerdings beim unterhaltsrelevanten Einkommen die sonstigen Einnahmen, vermindert um die sonstigen Kosten, die Summe dieses Kindesunterhaltes überschreiten, wird vom unterhaltsrelevanten Einkommen nur der Erwerbstätigenbonus und kein Kinderunterhalt abgezogen.

Erwerbstätigenbonus zum Ehegattenunterhalt berechnen

Es wird davon ausgegangen, dass das verfügbare Einkommen aus Erwerbstätigkeit und gegebenenfalls aus sonstigen Einnahmen (z.B. Wohnvorteil, Zinseinkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Nichterwerbstätigkeit) erzielt wird. Bei der Berechnung des bereinigten unterhaltsrelevanten Einkommens wird bei jedem Ehegatten ein Erwerbstätigenbonus berücksichtigt, der als Anreiz zur Erwerbstätigkeit dienen soll. Deswegen wird auch nur der Anteil des unterhaltsrelevanten Einkommens für die Berechnung des Erwerbstätigenbonus herangezogen, der aus Einkommen aus Erwerbstätigkeit erzielt wird. Leistet ein Ehegatte auch Kindesunterhalt für unterhaltsberechtigte minderjährige, privilegiert volljährige oder volljährige Kindern Kinder, wird das unterhaltsrelevante Einkommen vor Ermittlung des Erwerbstätigenbonus um die Summe dieses Kindesunterhaltes ebenfalls bereinigt. Das unterhaltsrelevanten Einkommen wird um den so berechneten Erwerbstätigenbonus vermindert. Die Berechnung des Erwerbstätigenbonus ist abhängig vom zuständigen Oberlanddesgericht.

◾ Erwerbstätigenbonus 1/10 vom verbleibenden unterhaltsrelevanten Einkommen aus Erwerbstätigkeit:
Oberlandesgerichte (OLG) mit Süddeutschen Leitlinien (Bamberg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart, Zweibrücken) und Naumburg

◾ Erwerbstätigenbonus 1/7 vom verbleibenden unterhaltsrelevanten Einkommen:
Kammergericht (KG) Berlin und Oberlandesgerichte (OLG) Brandenburg, Braunschweig, Bremen, Celle, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Hamm, Jena, Koblenz, Köln, Oldenurg, Saarbrücken, Schleswig-Hostein und Thüringen

Der Erwerbstätigenbonus von 1/7 in Verbindung mit dem Halbteilungsgrundsatz führt zur 3/7 Regelung: Der Ehegattenunterhalt beträgt 3/7 der Differenz aus den verbleibenden unterhaltsrelevanten Einkommen. Die Bezeichnungen Additionsmethode oder Differenzmethode haben nur noch historische Bedeutung und unterscheiden sich nur in der Darstellung beim Ehegattenunterhalt berechnen, führen aber jeweils zum gleichen Ergebnis.

Anspruch auf Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt)

Ist das verbleibende bereinigte unterhaltsrelevante Einkommen des unterhaltspflichtigen kleiner als das des unterhaltsberechtigten Ehegatten, besteht kein Anspruch auf Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt). Die Ehefrau oder der Ehemann sind aber jeweils unterhaltsberechtigt, wenn Ihnen weniger als das Existenzminimum zur Verfügung steht. Die Höhe des Existenzminimums entspricht dem notwendigen Selbstbehalt eines nichterwerbstätigen Unterhaltspflichtigen gegenüber den minderjährigen oder privilegiert volljährigen Kindern. Die Unterhaltszahlungen für die volljährigen Kinder werden in diesem Fall reduziert, so dass der angemessene Selbstbehalt (Eigenbedarf) für der unterhaltspflichtigen Ehegatten (Ehefrau oder Ehemann) nicht unterschritten wird.

Selbstbehalt beim Unterhalt berechnen

Ein Unterhaltspflichtiger darf nicht zum Sozialfall werden, wenn er seinen Unterhaltspflichten nachkommt. Zum Bestreiten seines eigenen Lebensunterhalts steht ihm ein bestimmter Geldbetrag zu, der als Selbstbehalt oder Eigenbedarf bezeichnet wird. Beim Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) und beim Kindesunterhalt berechnen werden unterschiedliche Beträge für den Selbstbehalt berücksichtigt. Dabei wird unterschieden zwischen notwendigen, angemessenen und eheangemessenen billigen Selbsbehalt. Die Höhe des notwendigen Selbstbehalts entspricht dem Bedarfskontrollbetrag der untersten Stufe in der aktuell gültigen Düsseldorfer Tabelle für jeweils Nichterwerbstätige oder Erwerbstätige. Der notwendige Selbstbehalt wird berücksichtigt bei der Unterhaltsberechnung für minderjährige und privilegiert volljährige Kinder während der angemessene Selbstbehalt bei der Unterhaltsberechnung für volljährige Kinder zur Anwendung kommt. Beim Ehegattenunterhalt berechnen wird sowohl für den Trennungsunterhalt als auch für den nichtehelichen Unterhalt der eheangemessene billige Selbstbehalt zugrunde gelegt. Die aktuelle Höhe des angemessenen und eheangemessenen billigen Selbstbehalts wird ebenfalls in der Düsseldorfer Tabelle festgelegt und ist abhängig vom ausgewählten Jahr. Nach Auswahl des Jahres und Anwahl [Berechnen] im Unterhaltsrechner wird die Tabelle für den Selbstbehalt der Unterhaltspflichtigen aktualisiert.

Selbstbehalt beim Kindesunterhalt berechnen

Ein minderjähriges oder privilegiert volljähriges Kind hat absoluten Vorrang vor dem nicht privilegierten volljährigen Kind und dem unterhaltsberechtigten Ehegatten. Die Unterhaltszahlung an ein nicht privilegiertes volljähriges Kind und der Mehrbedarf für alle Kinder sind nachrangig gegenüber dem Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelichen Unterhalt). Zuerst wird der Betrag aus der Summe von Kindesunterhalt an die minderjährigen und privilegiert volljährigen Kinder und dem Ehegattenunterhalt ermittelt. Im Anschluss wird dann berechnet, ob die Differenz aus diesen Unterhaltszahlungen und dem Selbstbehalt zur Deckung der Unterhaltszahlungen an die volljährigen Kinder und gegebenenfalls für den Mehrbedarf ausreicht. Anderenfalls wird der Mehrbedarf und der Kindesunterhalt für volljährige Kinder entsprechend verringert oder entfällt.

Selbstbehalt beim Ehegattenunterhalt berechnen

Steht dem Unterhaltspflichtigen nach Deckung des Kindesunterhalts der minderjährigen Kinder und der privilegiert volljährigen Kinder weniger als der eheangemessene billige Selbstbehalt für den unterhaltspflichtigen Ehegatten (Ehefrau oder Ehemann) zur Verfügung, wird der Ehegattenunterhalt entsprechend vermindert. Die Unterhaltszahlungen für die volljährigen Kinder entfallen in diesem Fall, so dass der eheangemessene billige Selbstbehalt für den unterhaltspflichtigen Ehegatten sicher gestellt ist.

Hinweise und Einschränkungen zum Unterhaltsrechner 2020

Rechtliche Grundlagen zur Unterhaltsberechnung

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

Dieser Unterhaltsrechner berücksichtigt die Vorgaben im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), soweit diese beim Kindesunterhalt berechnen oder Ehegattenunterhalt berechnen von Bedeutung sind.

§ 1603 Leistungsfähigkeit:
Unterhaltspflichten unter Berücksichtigung eines notwendigen oder angemessenen Selbstbehalts (Eigenbedarf).

§ 1606 Rangverhältnisse mehrerer Pflichtiger:
Unterhaltspflichten der Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern

§ 1609 Rangfolge mehrerer Unterhaltsberechtigter:
Rangfolge der Unterhaltszahlungen an die Unterhaltsberechtigten im Mangelfall zur Bewahrung des angemessenen Selbstbehalts (Eigenbedarf).

§ 1612b Deckung des Bedarfs durch Kindergeld:
Anrechnung des Kindergeldes für ein minderjähriges, privilegiert volljähriges und nicht privilegiert volljähriges Kind.

Unterhaltsrechtliche Leitlinien der Oberlandesgerichte (OLG)

Über die Gesetzesvorgaben hinaus werden die unterhaltsrechtlichen Leitlinien zur möglichst einheitlichen Rechtsprechung innerhalb eines oder mehrerer OLG-Bezirke ausgegeben. Das zuständige Oberlandesgericht (OLG) hängt vom allgemeinen Aufenthaltsort des unterhaltsberechtigten minderjährigen Kindes bzw. des Unterhaltpflichtigen gegenüber volljährigen Kindern oder des unterhaltsberechtigten Ehegatten ab. Im süddeutschen Raum gelten die Unterhaltsrechtlichen Leitlinien der Familiensenate in Süddeutschland (SüdL):

Oberlandesgerichte (OLG) mit Süddeutschen Leitlinien:
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Bamberg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Karlsruhe
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht München
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Nürnberg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Stuttgart
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Zweibrücken

Unterhaltsrechtlichen Leitlinien der anderen Oberlandesgerichte (OLG):
◾ KG-Bezirk: Kammergericht Berlin
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Brandenburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Braunschweig
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Bremen
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Celle
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Dresden
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Frankfurt
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Hamburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Hamm
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Jena
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Koblenz
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Köln
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Naumburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Oldenburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Rostock
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Saarbrücken
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Schleswig
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Thüringen

Düsseldorfer Tabelle

Die Sätze der Düsseldorfer Tabelle beinhalten die Bemessungsgrundlage zum Kindesunterhalt. Der Barunterhalt eines Kindes ergibt sich aus der Altergruppe des Kindes und der Einkommensgruppe des Unterhaltspflichtigen bezogen auf sein unterhaltsrelevantes Einkommen Die Düsseldorfer Tabelle orientiert sich an dem Vorhandensein von zwei Unterhaltsberechtigten als Basis. Bei dem Vorhandensein von mehr oder weniger Unterhaltsberechtigten werden Abschläge oder Zuschläge in der Einkommensgruppe vorgenommen.

Besonderheiten bei der Düsseldorfer Tabelle 2015 und 2019:
Im Jahre 2015 wurde die Düsseldorfer Tabelle noch einmal am 01.08.2015 und im Jahre 2019 am 01.09.2019 aktualisiert. Nur die letzten aktualisierten Tabellen werden bei Auswahl des Jahres 2019 oder 2015 verwendet. Aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Regelung ist für das Jahr 2015 bei der Berechnung des Zahlbetrages von den Kindergeldbeträgen aus dem Jahr 2014 auszugehen. Diese Besonderheit wird beim Kindesunterhalt berechnen in diesem Unterhaltsrechner berücksichtigt.

Vorgaben durch Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH)

Einzelfälle zum Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) wurden durch Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH) entschieden und sind damit rechtsverbindlich. Nicht alle Vorgaben können in diesem Unterhaltsrechner berücksichtigt werden. Sie beziehen sich z.B. auf spezielle Gegebenheiten der Lebensverhältnisse insbesondere im Mangelfall, bei der Berücksichtigung des Mehrbedarfs beim Kindesunterhalt berechnen oder bei der Bestimmung des unterhaltsrelevanten Einkommens.