Unterhaltsrechner: Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt berechnen

Mit diesem Unterhaltsrechner 2020 können Sie auf Basis der aktuellen Bemessungsgrundlage der Düsseldorfer Tabelle 2020, 2019, 2018, 2017, 2016, 2015 oder 2014 den Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) und den Kindesunterhalt berechnen.

Dieser Unterhaltsrechner 2020 berücksichtigt nicht alle Sonderfälle. Für eine genaue Unterhaltsberechnung ist ein anrechenbares unterhaltsrelevantes Einkommen entscheidend. Auch unter Berücksichtigung der Sonderfälle im Mangelfall und in hinsichtlich anderer familienrechtlicher Angelegenheiten wenden Sie sich für eine Beratung an einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin, suchen Sie nach einem Fachanwalt für Familienrecht im Anwaltsverzeichnis oder nehmen Sie direkt Kontakt auf mit:

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Unterhaltsrechner 2020 online (gültig ab 01.01.2020):

Einstellungen im Unterhaltsrechner

Die Ergebnisse der Unterhaltsberechnung sind abhängig von der Auswahl des Jahres und des zuständigen Oberlandesgerichts. Auf Basis des ausgewählten Jahres wird die entsprechende Düsseldorfer Tabelle und das zu berücksichtigende Kindergeld im Unterhaltsrechner verwendet. Abhängig vom ausgewählten Oberlandesgericht wird ein unterhaltsrelevantes Einkommen berechnet und die gültige Berechnungsmethode für die Berechnung Ehegattenunterhalt verwendet. Soll kein Ehegattenunterhalt berechnet werden, kann Ehegattenunterhalt berechnen abgewählt werden.

Eingaben zu den Ehegatten (Vater und Mutter)

Das Einkommen eines Ehegatten setzt sich zusammen aus dem Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit und gegebenenfalls aus den sonstigen Einnahmen und Ausgaben. Die Beträge sind für jeden Ehegatten einzutragen.

Eingaben zu den unterhaltsberechtigten Kindern

Das Alter für jedes unterhaltsberechtigte Kind ist einzutragen oder anderenfalls zu löschen. Gegebenenfalls kann für jedes unterhaltsberechtigte Kind ein Mehrbedarf (z.B. Kindergartenkosten, ausbildungsbedingter Mehrbedarf) angegeben werden. Verfügt das Kind über ein Einkommen (z.B. Ausbildungsvergütung, Zinseinkünfte aus Kapitalvermögen), ist der anrechenbare Anteil einzutragen. Nur für Kinder zwischen 18 und unter 21 Jahren ist anzugeben, ob noch eine allgemeinbildende Schule (z.B. Gymnasium) besucht wird. Bei diesen Kindern und allen Kindern unter 18 Jahren ist der Elternteil (Mutter oder Vater) zu wählen, bei dem das Kind vorwiegend lebt (Lebensmittelpunkt).

Ergebnisse des Unterhaltsrechners

Alle Ergebnisse aus der Unterhaltsberechnung werden gerundet. Die Ergebnisse der Berechnung Kindesunterhalt werden als Barunterhalt negativ nur bei dem Unterhaltspflichtigen ausgegeben. Das Ergebnis der Berechnung Ehegattenunterhalt wird bei dem Unterhaltspflichtigen negativ und bei dem Unterhaltsberechtigten positiv angezeigt. Die Summe der Unterhaltsleistungen, die sich aus der Verrechnung aller Unterhaltspflichten und Unterhaltsansprüche ergibt, wird für jeden Ehegatten getrennt angezeigt. Das für die Unterhaltsberechnung anrechenbare unterhaltsrelevante Einkommen ergibt sich aus dem einkommensabhängigen Pauschalabzug und durch die Verrechnung sonstiger Einnahmen und Ausgaben. Das Unterhalt bereinigte Nettoeinkommen berechnet sich aus dem unterhaltsrelevanten Einkommen, erhöht oder erniedrigt um die Summe der Unterhaltsleistungen. Das Unterhalt bereinigte Nettoeinkommen darf den Selbstbehalt (Eigenbedarf) des Unterhaltspflichtigen in Folge von Unterhaltsleistungen nicht unterschreiten. Die für die Kindesunterhaltsberechnung berücksichtigten Abschläge oder Zuschläge werden ebenfalls angezeigt.

Aktuelle Werte eingeben und [Berechnen] anwählen:

Einstellungen im Unterhaltsrechner:
Bemessungsgrundlage nach der Düsseldorfer Tabelle:
Unterhaltsberechnung nach den Leitlinien des zuständigen Oberlandesgerichts:
Ehegattenunterhalt berechnen:
1. Ehegatte (Mann): 2. Ehegatte (Frau):
Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit:
Sonstige Einnahmen:
Sonstige Ausgaben:
1. Kind: 2. Kind: 3. Kind: 4. Kind:
Alter: Jahre Jahre Jahre Jahre
Mehrbedarf:
Einkommen:
Lebensmittelpunkt:
Allgemeinbildende Schule:

Ergebnisse der Unterhaltsberechnung:
1. Ehegatte (Mann): 2. Ehegatte (Frau):
Alter: Kindesunterhalt: Alter: Kindesunterhalt:
1. Kind: Jahre Jahre
2. Kind: Jahre Jahre
3. Kind: Jahre Jahre
4. Kind: Jahre Jahre

Ehegattenunterhalt:
Summe der Unterhaltsleistungen:
Unterhaltsrelevantes Einkommen:
Unterhalt bereinigtes Nettoeinkommen:

Ab-/Zuschlag in Düsseldorfer Tabelle:

Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen nach der Düsseldorfer Tabelle, Stand: 2020
Unterhaltsberechtigt: Unterhaltspflichtig:
erwerbstätig nicht erwerbstätig
Minderjähriges oder privilegiert volljähriges Kind: 1160 960
Ehegattin oder Ehegatte: 1280 1180
Volljähriges Kind oder bei Mehrbedarf: 1400 1400

Selbstbehalt beim Unterhalt berechnen

Ein Unterhaltspflichtiger darf nicht zum Sozialfall werden, wenn er seinen Unterhaltspflichten nachkommt. Zum Bestreiten seines eigenen Lebensunterhalts steht ihm ein bestimmter Geldbetrag zu, der als Selbstbehalt oder Eigenbedarf bezeichnet wird. Bei der Berechnung Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt werden unterschiedliche Beträge für den Selbstbehalt berücksichtigt. Die Höhe des Selbstbehalts ist abhängig davon, ob der Unterhaltspflichtige erwerbstätig ist oder nicht und von der Auswahl des Jahres für die Bemessungsgrundlage nach der Düsseldorfer Tabelle. Nach Auswahl des Jahres und Anwahl [Berechnen] im Unterhaltsrechner wird die Tabelle für den Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen aktualisiert.

Selbstbehalt beim Kindesunterhalt berechnen
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 21.2 und 21.3)

Ein minderjähriges oder privilegiert volljähriges Kind hat absoluten Vorrang vor dem nicht privilegierten volljährigen Kind und dem unterhaltsberechtigten Ehegatten. Die Unterhaltszahlung an ein nicht privilegiertes volljähriges Kind und der Mehrbedarf sind nachrangig gegenüber dem Ehegattenunterhalt. Zuerst wird der Betrag aus der Summe von Kindesunterhalt an die minderjährigen und privilegiert volljährigen Kinder und dem Ehegattenunterhalt ermittelt. Im Anschluss wird dann berechnet, ob die Differenz aus diesen Unterhaltszahlungen und dem Selbstbehalt zur Deckung der Unterhaltszahlungen an die volljährigen Kinder und gegebenenfalls für den Mehrbedarf ausreicht. Anderenfalls wird der Mehrbedarf und der Kindesunterhalt für volljährige Kinder entsprechend verringert.

Selbstbehalt beim Ehegattenunterhalt berechnen
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 21.4)

Steht dem Unterhaltspflichtigen nach Deckung des Kindesunterhalts der minderjährigen Kinder und privilegiert volljährigen Kinder weniger als der Selbstbehalt zur Verfügung, wird der Ehegattenunterhalt entsprechend vermindert. Ist das verbleibende Einkommen des Unterhaltspflichtigen kleiner als das des Ehegatten, besteht kein Anspruch auf Ehegattenunterhalt.

Hinweise und Einschränkungen zum Unterhaltsrechner 2020

Rechtliche Grundlagen zur Unterhaltsberechnung

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

Dieser Unterhaltsrechner berücksichtigt die Vorgaben im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), soweit diese für die Berechnung Kindesunterhalt oder die Berechnung Ehegattenunterhalt von Bedeutung sind.

§ 1603 Leistungsfähigkeit:
Unterhaltspflichten unter Berücksichtigung eines notwendigen oder angemessenen Selbstbehalts (Eigenbedarf).

§ 1606 Rangverhältnisse mehrerer Pflichtiger:
Unterhaltspflichten der Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern

§ 1609 Rangfolge mehrerer Unterhaltsberechtigter:
Rangfolge der Unterhaltszahlungen an die Unterhaltsberechtigten im Mangelfall zur Bewahrung des angemessenen Selbstbehalts (Eigenbedarf).

§ 1612b Deckung des Bedarfs durch Kindergeld:
Anrechnung des Kindergeldes für ein minderjähriges, privilegiert volljähriges und nicht privilegiert volljähriges Kind.

Unterhaltsrechtliche Leitlinien der Oberlandesgerichte (OLG)

Über die Gesetzesvorgaben hinaus werden die unterhaltsrechtlichen Leitlinien zur möglichst einheitlichen Rechtsprechung innerhalb eines oder mehrerer OLG-Bezirke ausgegeben. Das zuständige Oberlandesgericht (OLG) hängt vom allgemeinen Aufenthaltsort des unterhaltsberechtigten minderjährigen Kindes bzw. des Unterhaltpflichtigen gegenüber volljährigen Kindern oder des unterhaltsberechtigten Ehegatten ab. Im süddeutschen Raum gelten die Unterhaltsrechtlichen Leitlinien der Familiensenate in Süddeutschland (SüdL):

Oberlandesgerichte (OLG) mit Süddeutschen Leitlinien:
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Bamberg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Karlsruhe
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht München
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Nürnberg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Stuttgart
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Zweibrücken

Unterhaltsrechtlichen Leitlinien der anderen Oberlandesgerichte (OLG):
◾ KG-Bezirk: Kammergericht Berlin
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Brandenburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Braunschweig
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Bremen
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Celle
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Dresden
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Frankfurt
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Hamburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Hamm
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Jena
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Koblenz
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Köln
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Naumburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Oldenburg
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Rostock
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Saarbrücken
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Schleswig
◾ OLG-Bezirk: Oberlandesgericht Thüringen

Düsseldorfer Tabelle

Die Sätze der Düsseldorfer Tabelle beinhalten die Bemessungsgrundlage zum Kindesunterhalt. Der Barunterhalt eines Kindes ergibt sich aus der Altergruppe des Kindes und der Einkommensgruppe des Unterhaltspflichtigen bezogen auf sein unterhaltsrelevantes Einkommen Die Düsseldorfer Tabelle orientiert sich an dem Vorhandensein von zwei Unterhaltsberechtigten als Basis. Bei dem Vorhandensein von mehr oder weniger Unterhaltsberechtigten werden Abschläge oder Zuschläge in der Einkommensgruppe vorgenommen.

Besonderheiten bei der Düsseldorfer Tabelle 2015 und 2019:
Im Jahre 2015 wurde die Düsseldorfer Tabelle noch einmal am 01.08.2015 und im Jahre 2019 am 01.09.2019 aktualisiert. Nur die letzten aktualisierten Tabellen werden bei Auswahl des Jahres 2019 oder 2015 verwendet. Aufgrund ausdrücklicher gesetzlicher Regelung ist für das Jahr 2015 bei der Berechnung des Zahlbetrages von den Kindergeldbeträgen aus dem Jahr 2014 auszugehen. Diese Besonderheit wird bei der Berechnung des Kindesunterhalts in diesem Unterhaltsrechner berücksichtigt.

Vorgaben durch Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH)

Einzelfälle zum Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt wurden durch Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH) entschieden und sind damit rechtsverbindlich. Diese Vorgaben können in diesem Unterhaltsrechner nicht berücksichtigt werden. Sie beziehen sich z.B. auf spezielle Gegebenheiten der Lebensverhältnisse insbesondere im Mangelfall, bei der Berücksichtigung des Mehrbedarfs zur Berechnung des Kindesunterhaltes oder der Bestimmung des unterhaltsrelevanten Einkommens.

Unterhalt berechnen

In diesem Unterhaltsrechner 2020 werden die unterhaltsrechtlichen Leitlinien der Familiensenate in Süddeutschland (SüdL) als Bezug genommen, soweit sie Vorgaben für die Berechnung von Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt enthalten. Der Pauschalabzug für ein unterhaltsrelevantes Einkommen und die gültige Berechnungsmethode für die Berechnung Ehegattenunterhalt werden abhängig vom zuständigen Oberlandesgericht berücksichtigt.

Richtlinien zum Unterhaltsbedarf

Nach einer Trennung oder Scheidung kann der weniger verdienende Ehegatte vom Grundsatz her Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) verlangen. Dabei wird ein unterhaltsrelevantes Einkommen der Ehegatten zu Grunde gelegt. Der Ehegatte, der die minderjährigen Kinder betreut, kann Kindesunterhalt für die Kinder geltend machen. Das Unterhaltsrecht sorgt seit 1. Januar 2008 für eine neue Rangfolge der Unterhaltsberechtigten: Minderjährige Kinder haben Vorrang. Dies gilt auch für volljährige Kinder, die sich noch in schulischer Ausbildung befinden, sogenannte privilegierte Volljährige. Gegenüber volljährigen Kindern sind grundsätzlich immer beide Eltern barunterhaltspflichtig. Für die Berechnung des monatlichen Unterhaltsanspruchs stellt die aktuelle Düsseldorfer Tabelle die Bemessungsgrundlage dar. Im Mangelfall, wenn nicht alle Ansprüche der Unterhaltsberechtigten gezahlt werden können, ohne den Selbstbehalt (Eigenbedarf) zu unterschreiten, gelten besondere Regelungen. Die gültige Höhe des Selbstbehalts wird bei dieser Unterhaltsberechnung ebenfalls der aktuellen Düsseldorfer Tabelle entnommen. Unterhaltsverpflichtungen, die zusätzlich zum Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt zu gewähren sind, werden in diesem Unterhaltsrechner nicht berücksichtigt.

Unterhaltsrelevantes Einkommen
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 10.2.1)

Zur Berechnung von Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) wird das anrechenbare unterhaltsrelevante Einkommen der Ehegatten zugrunde gelegt. Das unterhaltsrelevante Einkommen ist gewöhnlich geringer als das tatsächliche Nettoeinkommen aufgrund der Berücksichtigung unterhaltsrelevanter Abzüge. Bei diesem Unterhaltsrechner 2020 wird ein Pauschalabzug vorgenommen, dessen Höhe in Abhängigkeit vom ausgewählten zuständigen Oberlandesgericht berechnet wird:

◾ 5% Pauschalabzug vom Nettoeinkommen ohne Begrenzung:
Oberlandesgerichte (OLG) mit Süddeutschen Leitlinien (Bamberg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart, Zweibrücken) sowie Naumburg und Celle

◾ 5% Pauschalabzug vom Nettoeinkommen, maximal aber nur 150 €:
Kammergericht (KG) Berlin Oberlandesgerichte (OLG) Brandenburg, Braunschweig, Bremen, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Hamm, Jena, Koblenz, Köln, Oldenurg, Saarbrücken, Schleswig-Hostein und Thüringen

◾ kein Pauschalabzug vom Nettoeinkommen:
Oberlandesgericht (OLG) Rostock

Im Gegensatz zu einigen Leitlinien der Oberlandesgerichte wird in diesem Unterhaltsrechner 2020 der untere Pauschalabzug nicht begrenzt

Hat der Unterhaltspflichtige zusätzliche Einkünfte aus Nichterwerbstätigkeit, wird dieser Anteil zum anrechenbaren Einkommen ohne Abzug dazu gerechnet. Dazu gehören Einkommen aus Vermietung und Verpachtung sowie aus Kapitalvermögen. Ebenso der Wohnvorteil durch mietfreies Wohnen im Eigenheim oder einer Eigentumswohnung.

Hat der Unterhaltspflichtige zusätzliche Ausgaben, wird dieser Anteil vom anrechenbaren Einkommen abgezogen. Dazu gehören z.B. berücksichtigungswürdige Schulden (Zins, ggf. auch Tilgung) und Kinderbetreuungskosten.

Für eine genaue Unterhaltsberechnung ist die Angabe für das unterhaltsrelevante Einkommen auch unter Berücksichtigung der Sonderfälle z.B. im Mangelfall entscheidend.

Abschlag und Zuschlag bei Unterhaltspflichtigen
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 11.2)

Die Tabellensätze der Düsseldorfer Tabelle sind so bemessen, dass der Unterhaltspflichtige zwei Unterhaltsberechtigten Unterhalt zu zahlen hat. Ist die Anzahl der Unterhaltsberechtigten, für die ein Ehegatte Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt (Trennungsunterhalt oder nachehelicher Unterhalt) zu zahlen hat, größer oder kleiner als zwei, wird ein Abschlag oder im anderen Fall ein Zuschlag vorgenommen. Mit jedem Abschlag oder Zuschlag wird der Kindesunterhalt berechnet aus einer jeweils höheren oder niedrigeren Einkommensstufe der Düsseldorfer Tabelle.

Kindesunterhalt berechnen

Unterhaltsberechnung für minderjährige Kinder
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 12)

Kinder unter 18 Jahren sind minderjährig. Der Lebensmittelpunkt des Kindes liegt bei dem betreuenden Elternteil (Mutter oder Vater). Der betreuende Elternteil leistet seine Unterhaltspflicht durch Pflege und Erziehung und ist grundsätzlich nicht barunterhaltspflichtig. Grundlage für die Berechnung vom Kindesunterhalt für Minderjährige ist das unterhaltsrelevante Einkommen des barunterhaltspflichtigen, nichtbetreuenden Elternteils und das Alter des Kindes. Unter Berücksichtigung der Abschläge oder Zuschläge wird aus der aktuellen Düsseldorfer Tabelle der angemessene Kindesunterhalt übernommen. Dabei wird das an den betreuenden Elternteil gezahlte staatliche Kindergeld und gegebenenfalls ein Einkommen des Kindes beiden Eltern hälftig angerechnet. Ein Mehrbedarf ist von beiden Elternteilen entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit wie bei der Unterhaltsberechnung für die volljährigen Kinder anteilig zu zahlen. Ist das Kind nicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert, sind zusätzliche Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge allein vom Barunterhaltpflichtigen zu zahlen. Das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen ist um solche zusätzlich zu zahlenden Versicherungskosten zu bereinigen und den sonstigen Ausgaben hinzuzufügen.

Unterhaltsberechnung für volljährige Kinder
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 13)

Kinder ab 18 Jahren sind volljährig. Volljährige Kinder unter 21 Jahren, die noch eine allgemeinbildende Schule (z.B. Gymnasium) besuchen, werden als privilegiert volljährige Kinder bezeichnet und den minderjährigen Kindern gleichgestellt. In diesem Unterhaltsrechner werden nur volljährige Kinder berücksichtigt, die nicht verheiratet sind und keinen eigenen Haushalt haben. Bei volljährigen und privilegiert volljährigen Kindern sind grundsätzlich immer beide Eltern barunterhaltspflichtig. Der Unterhaltsbedarf für das volljährige Kind richtet sich in diesem Fall nach den unterhaltsrelevanten Einkommen beider Eltern. Die Summe aus beiden unterhaltsrelevanten Einkommen wird für die Einstufung in die jeweilige Einkommensgruppe in der Düsseldorfer Tabelle ohne Berücksichtigung von Abschlägen oder Zuschlägen verwendet. Ein Mehrbedarf erhöht gegebenenfalls den Unterhaltsbedarf. Ist das volljährige Kind nicht in einer gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert, sind zusätzliche Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zum Mehrbedarf hinzu zu rechnen. Das staatliche Kindergeld und gegebenenfalls ein Einkommen des Kindes werden in voller Höhe angerechnet. Der Lebensmittelpunkt des volljährigen Kindes hat keine Bedeutung für die Berechnung des Kindesunterhaltes. Sind beide Elternteile leistungsfähig, wird der verbleibende Kindesunterhalt im Verhältnis zu den unterhaltsrelevanten Einkommen auf beide Elternteile verteilt. Ist nur ein Elternteil leistungsfähig, wird für die Berechnung des Kindesunterhalts das unterhaltsrelevante Einkommen dieses Elternteils unter Berücksichtigung der Abschläge oder Zuschläge für die Einstufung in die Einkommensgruppe in der Düsseldorfer Tabelle verwendet. In jedem Fall schuldet ein Elternteil maximal nur denjenigen Betrag, der sich aus der alleinigen Unterhaltspflicht ergeben würde. Wird der angemessene Selbstbehalt (Eigenbedarf) nach Abzug aller Barunterhaltspflichten vom anrechenbaren Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils unterschritten, wird der Kindesunterhalt für die volljährigen nicht privilegierten Kinder entsprechend verringert.

Mangelfall bei der Unterhaltsberechnung
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 24)

Ein absoluter Mangelfall liegt vor, wenn das Einkommen des Unterhaltspflichtigen zur Deckung seines notwendigen Selbstbehalts (Eigenbedarf) und der Unterhaltsansprüche der gleichrangigen minderjährigen und privilegierten volljährigen Kinder nicht ausreicht. Die Höhe des notwendigen Selbstbehalts entspricht dem Bedarfskontrollbetrag der untersten Stufe in der aktuell gültigen Düsseldorfer Tabelle für jeweils Nichterwerbstätige oder Erwerbstätige. Im Mangelfall wird die zur Verfügung stehende Verteilungsmasse auf die Unterhaltsberechtigten im Verhältnis zu der Höhe ihrer Unterhaltsansprüche verteilt. Insbesondere im Mangelfall gelten weitere besondere Regelungen, die im Einzelnen in diesem Unterhaltrechner nicht berücksichtigt werden.

Ehegattenunterhalt berechnen

Trennungsunterhalt und nachehelicher Unterhalt

Beim Ehegattenunterhalt wird unterschieden zwischen Trennungsunterhalt und nachehelichem Unterhalt. Der nacheheliche Unterhalt tritt nach der rechtskräftigen Scheidung in Kraft und kann zeitlich begrenzt werden, während der Trennungsunterhalt unbegrenzt für die Dauer der Trennung zu zahlen ist. Die Unterhaltszahlungen unterscheiden sich von der Höhe her in der Regel nicht. Grundlage für die Berechnung des Ehegattenunterhalts sind das unterhaltsrelevante Einkommen des Unterhaltspflichtigen und des Unterhaltsberechtigten. Unterhaltsansprüche eines nachrangig geschiedenen Ehegatten oder der Eltern werden in diesem Unterhaltsrechner nicht berücksichtigt.

Erwerbstätigenbonus zur Berechnung vom Ehegattenunterhalt
(Siehe Süddeutsche Leitlinien (SüdL), Absatz 15.2)

Es wird davon ausgegangen, dass das verfügbare Einkommen aus Erwerbstätigkeit und gegebenenfalls aus sonstigen Einnahmen (z.B. Wohnvorteil, Zinseinkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Nichterwerbstätigkeit) erzielt wird. Der Ehegattenunterhalt wird grundsätzlich nach dem so genannten Halbteilungsgrundsatz berechnet. Dieser Halbteilungsgrundsatz besagt, dass jedem Ehegatten die Hälfte der beiden insgesamt zur Verfügung stehenden unterhaltsrelevanten Einkommen zusteht. Allerdings wird bei der Berechnung des Ehegattenunterhalts bei jedem Ehegatten ein Erwerbstätigenbonus berücksichtigt, der als Anreiz zur Erwerbstätigkeit dienen soll. Leistet ein Ehegatte auch Kindesunterhalt für ein unterhaltsberechtigtes Kind, wird das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen vor Ermittlung des Erwerbstätigenbonus um diesen Kindesunterhalt bereinigt. Die Höhe des Erwerbstätigenbonus ist abhängig vom zuständigen Oberlanddesgericht.

◾ Erwerbstätigenbonus 1/10 vom verbleibenden unterhaltsrelevanten Einkommen:
Oberlandesgerichte (OLG) mit Süddeutschen Leitlinien (Bamberg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart, Zweibrücken) und Naumburg

◾ Erwerbstätigenbonus 1/7 vom verbleibenden unterhaltsrelevanten Einkommen:
Kammergericht (KG) Berlin und Oberlandesgerichte (OLG) Brandenburg, Braunschweig, Bremen, Celle, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Hamm, Jena, Koblenz, Köln, Oldenurg, Saarbrücken, Schleswig-Hostein und Thüringen

Der Erwerbstätigenbonus von 1/7 in Verbindung mit dem Halbteilungsgrundsatz führt zur 3/7 Regelung: Der Ehegattenunterhalt beträgt 3/7 der Differenz aus den verbleibenden unterhaltsrelevanten Einkommen. Die Bezeichnungen Additionsmethode oder Differenzmethode haben nur noch historische Bedeutung und unterscheiden sich nur in der Darstellung der Berechnung vom Ehegattenunterhalt, führen aber jeweils zum gleichen Ergebnis.